Be ready to craft your Job - Blog von Antonia

Was ist JobCrafting? Relevanz, Definition und Ablauf erklärt.

Beitragsbild Was ist JobCrafting

Inhalt

Was ist JobCrafting? Nachdem du diesen Blogartikel gelesen hast, kannst du diese Frage beantworten. Um Job Crafting zu erklären, werde ich auf folgende Punkte eingehen:

👍 What’s in for me? Warum JobCrafting?

🔎 Was ist JobCrafting denn jetzt?

🛠️ Wie funktioniert JobCrafting?

🤨 Nur eine Modeerscheinung oder nur das nächste hippe Buzzword im New Work Universum?

What‘s in for me? Warum JobCrafting?

Ich bin der Überzeugung, dass es bei der Arbeit um die Menschen gehen sollte, die die Arbeit verrichten. Genau darum geht es auch beim JobCrafting. Es geht um deinen Erfolg, deine Entwicklung und deine Leistung. Wer seinen Job craftet, der fühlt sich zufriedener, energiegeladener und engagierter.

Die Annahme, dass Mitarbeitende sich starr an die Stellenbeschreibung halten und danach arbeiten, ist in einer sich rasend schnell verändernden Welt eine überholte Vorstellung. Daher ist JobCrafting gerade jetzt besonders relevant, weil die Veränderungen im Rahmen von JobCrafting, sich positiv auf die Sinnhaftigkeit der Arbeit auswirken können. Es ist sinnvoll und naheliegend, heutzutage Mitarbeitende darin zu fördern und zu unterstützen proaktiv ihre Arbeit an ihrer Persönlichkeit und ihren Stärken auszurichten. JobCrafting hat das Potential Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft zu fördern, der steigenden Unzufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeit entgegenwirken und geht dabei auch auf die Anforderungen der Gen X und Y an die Arbeitswelt ein.

“That’s not part of my job but that’s part of me.” Reinigungskraft (Wrzesniewski & Dutton, 2001)

Warum solltest du Job Crafter*in werden? Du übernimmst Verantwortung und nimmst dein (Arbeits-)Leben selbst in die Hand. Du nutzt die Möglichkeit dich selbst zu verwirklichen. Du erfüllst dein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Verbindung. Du förderst deine Gesundheit und verbesserst dein Wohlbefinden.

Warum sollten Unternehmen und Organisationen sich dem Thema JobCrafting widmen? Zum einen ist es etwas, was ein Teil der Mitarbeitenden eh schon tut, dass sollte unterstützt und gefördert werden. Zum anderen steht es außer Frage, dass gesunde, engagierte und motivierte Mitarbeitende dem Unternehmen ebenfalls zu Gute kommen.

Was ist JobCrafting denn jetzt?

Legst du Meetings lieber auf den Vor- oder Nachmittag? Mit welchen Kollegen verabredest du dich zum Mittagessen? Fragst du dich manchmal, wozu dein Job gut ist?

Die Beantwortung solcher Fragen ist JobCrafting. Diese kleinen, oftmals unbedeutend erscheinenden Anpassungen, die du vornimmst, damit du dich bei der Arbeit wohl fühlst, damit dein Job zu dir passt und du deine Stärken einbringen kannst. Das ist JobCrafting.

Das war es schon? Ja! JobCrafting ist etwas, dass die meisten Menschen, wahrscheinlich auch du, schon mal getan haben ohne zu wissen, dass es so heißt. Es geht darum, die Menschen zu befähigen, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Arbeit zu ihren individuellen Bedürfnissen, Vorlieben und Lebensumständen passt. Dieser Gedanke ist nicht neu. Doch JobCrafting ist ein einzigartiger Ansatz, um den sogenannten Person-Job-Fit zu verbessern.

“Tailor me, to make me more you.” Rob Baker

JobCrafting ist ein Prozess, der dich dabei begleitet sinnvolle und dauerhafte Veränderungen am Arbeitsplatz vorzunehmen. Es gibt dir, Schritt für Schritt, die Möglichkeit deinen Arbeitsplatz an deine persönlichen Kenntnisse, Fähigkeiten, Talente und Bedürfnisse anzupassen. Dabei verschiebst ganz subtil die Grenzen und Bedingungen deiner deiner Arbeitsaufgaben und Beziehungen und reflektierst die Bedeutung deiner Arbeit.

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Das besondere dabei – es geschieht von unten nach oben (Bottom-up) und ist nichts, was Mitarbeitenden vom Unternehmen oder Führungskräften einfach übergestülpt wird (Top-down). Die Veränderungen können so klein sein, dass deine Führungskräft sie noch nicht einmal bemerkt. Doch gleichzeitig ist die Größe oder das Ausmaß der Anpassungen nicht proportional zu den Auswirkungen. Nur ein Meeting pro Woche, das im Gehen im Park stattfindet, kann großen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben.

Es geht darum, die Möglichkeit zu erkennen, deine Arbeit aktiv zu gestalten, anstatt zu zulassen, dass deine Arbeit etwas ist, was du nur über dich ergehen lässt.

JobCrafting gibt den Mitarbeitenden „das Steuer in die Hand“, denn sie haben als Einzige das Wissen über sich und ihre Arbeit, um beides zusammen zu bringen. Es ist kein einmaliges, isoliertes Ereignis (auch wenn ein einziger JobCrafting Workshop schon viel bewirken kann). Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der von vielen individuellen und Kontextfaktoren beeinflusst wird. Das bedeutet auch, das JobCrafting dynamisch ist und an die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten eines jeden Job Crafters angepasst werden kann.

Wie funktioniert JobCrafting?

Ursprünglich besteht JobCrafting aus drei Elementen. Diese werden nicht einfach Schritt für Schritt abgearbeitet. Oft überschneiden oder bedingen sich die drei Elemente bei der tatsächlichen Umsetzung im Berufsalltag.

Original JobCrafting Modell nach Wrzesniewski & Dutton 2001 mit den Elementen Aufgaben, Beziehungen und Einstellung

Beim „Task Crafting“ (Aufgaben) verändern die Mitarbeiter die durch eine formale Stellenbeschreibung vorgeschriebenen Aufgaben. Sie fügen welche hin zu oder lassen andere weg. Sie passen die Art der Aufgaben oder die Art und Weise, wie sie ausgeführt werden, an (z.B. wie viel Zeit, Energie und Aufmerksamkeit den verschiedenen Aufgaben zugewiesen wird).

„Relational Crafting“ (Beziehungen) beinhaltet die Veränderung der Art und Weise wie, wann oder mit wem Mitarbeitende bei der Ausführung ihrer Aufgaben interagieren.

Und schließlich geht es beim „Cognitive Crafting“ (Einstellung) darum, dass die Mitarbeitenden die Art und Weise ändern, wie sie die Aufgaben und Beziehungen, die ihre Arbeit ausmachen, wahrnehmen.

„Mitarbeitende verbringen 90-100% ihrer Arbeitszeit damit ihre Arbeit zu tun, ohne darüber nachzudenken wie sie eigentlich ihre Arbeit gestalten.“ Rob Bakker

Nach Rob Bakker bedarf es einer gewissen Eigenverantwortung und Neugier darüber wie die eigene Arbeit gemacht wird und wie sie sich an den eigenen Stärken, Leidenschaften und Interessen ausrichten lässt. Daher entwickelt er das Model weiter und schafft ein ergänzendes und umfassenderes Modell:

JobCrafting Modell nach Rob Bakker mit 5 JobCrafting Elementen: Aufgaben, Beziheungen, Einstellungen, Fähigkeiten und Wohlbefinden

Der innerere Kreis beschreibt das „Warum“ von JobCrafting. Der mittlere Kreis geht darauf ein, was verändert werden kann. Während der äußere Kreis zeigt, wie die Veränderung passieren kann. (Manch einem sollte der Aufbau des Kreises bekannt vorkommen von Simon Sineks “Start with Why” TedTalk.)

Nur eine neue Modeerscheinung oder nur das nächste Buzzword im New Work Universum?

Ich stimmte mit Rob Bakker überein, der sagt, dass JobCrafting zwar ein eingängier und auch aufregender Begriff ist, der einen einzigartigen Ansatz beschreibt, doch die Idee, dass Mitarbeitende ihre Arbeit (mit)gestalten ist wohl weniger neu und keinesfalls eine Modeerscheinung.

In zahlreichen Studien wurde mittlerweile nachgewiesen, dass JobCrafting Arbeitsengagement, Arbeitszufriedenheit, Resilienz und Wohlbefinden positiv beeinflusst. Doch nicht alles an JobCrafting ist nur gut. Es gibt auch Schattenseiten. JobCrafting kann für Mitarbeitende und Unternehmen sowohl negative als auch positive Folgen haben. Und genau darauf sollte sich, meiner Meinung nach, die Forschung und auch die Praxis konzentreiren. Herauszufinden, wie man kostspieliges und ungesundes JobCrafting vermeidet und vorteilhaftes gesundheitsförderliches Crafting fördert.

Glühbrine Illustration mit abgetrennten Puzzlestück

Wenn du jetzt Lust hast, dich intensiver mit dem Thema JobCrafting zu beschäftigen, dann lies gerne hier weiter „10 Gründe, warum du wissen solltest, was JobCrafting ist.“.

Be ready to craft your job! 🛠️
Antonia

Quellen

Der Vollständigkeit halber nenne ich hier meine Quellen – auch wenn mein Psychologenherz ein wenig blutet, da ich die Quellen nicht direkt im Text nenne – ist das hier keine wissenschaftliche Arbeit und mir war es wichtiger, dass der Text verständlich und gut lesbar ist.

  • Baker, R. (2020). Personalization at Work: How HR Can Use Job Crafting to Drive Performance, Engagement and Wellbeing. KOGAN PAGE.
  • Tims, M., & Bakker, A.B. (2010). Job crafting: Towards a new model of individual job redesign. SA Journal of Industrial Psychology/SA Tydskrif vir Bedryfsielkunde, 36(2), Art. #841, 9 pages. DOI: 10.4102/sajip.v36i2.841
  • Wrzesniewski, A., Berg, J. M., & Dutton, J. E. (2010). Turn the job you have into the job you want. Harvard Business Review, 88 (6), 114-117.
  • Berg, J. M., Dutton, J. E., & Wrzesniewski, A. (2008). What is job crafting and why does it matter. Retrieved form the website of Positive Organizational Scholarship on April, 15, 2011.
  • Berg, J. M., Dutton, J. E., & Wrzesniewski, A. (2013). Job crafting and meaningful work.
  • Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik (Stangl, 2022). Stangl, W. (2022, 12. September). Job Crafting – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. https://lexikon.stangl.eu/19913/job-crafting.

Noch Mehr Impulse

Meine Vision ist es, dass mehr Menschen sich trauen ihr Potential zu erkunden und ihre Träume zu leben. Mit meinen eigenen Erfahrungen, meinem Wissen als Psychologin und Coach begleite ich dich Schritt für Schritt zu deiner Version von beruflichem Erfolg. Nimm dir die Zeit für dich und schaffe Klarheit.

Dabei interessiere ich mich für deine Persönlichkeit, deine Werte, deine Vision, deine Ziele, deine Herausforderungen und die Tools & Methoden, die dich im Alltag unterstützen.